“Ein Gespenst geht um in Europa”. Doch dieses Geflügelte Wort endet heutzutage nicht mehr mit der Verlautbarung “das Gespenst heißt Kommunismus”, sondern das Gespenst trägt anno 2012 den Namen Rezession. Das Gespenst wurde durch den Hinweis der Weltbank zu neuem Leben erweckt, dass die Wirtschaft in der Eurozone dieses Jahr schrumpfen werde.
Diversen Medienberichten zufolge hat die Weltbank ihre Prognose für das laufende Jahr korrigiert. Im Sommer 2011 hatte die Weltbank für die Jahre 2011 und 2012 noch ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,6 Prozent vorhergesagt. Jetzt wird angenommen, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2012 nur noch um 2,5 Prozent wachse und im Jahr 2013 nur um 3,1 Prozent. Besorgniserregend ist dabei, dass die Wachstumsraten für die Industriestaaten nur bei 1,4 und 2,0 Prozent angesetzt werden. Und die Spirale dreht sich weiter nach unten. Denn in Europa soll die Wirtschaft sogar um 0,3 Prozent schrumpfen. Das würde eine Rezession bedeuten.
Laut FAZ wird als Hauptursache natürlich die Finanzkrise in den Euro-Staaten genannt. Wenn es zu einer Rezession käme, könnte man das mit der Zeit nach dem Zusammenbruch der Investment-Bank Lehman Brothers vergleichen. Ein gravierender Unterschied sei jedoch, dass dieser Abschwung dieses Mal noch länger ausfallen könnte als 2008/2009. Die Weltbank sagt dazu laut Handelsblatt: “Die reicheren Länder haben nicht mehr die fiskalischen und monetären Ressourcen, um die Banken zu retten oder die Nachfrage anzuregen.”
Und wie kann man das Gespenst vertreiben? Sicher ist nur: Sparen allein wird nicht helfen. Das gilt sowohl für die Haushaltskonsolidierungen als auch für das erzwungene Gesundschrumpfen der Banken. Das haben wohl auch Merkel und Sarkozy erkannt, denn Frankreich und Deutschland wollen der EU-Kommission Vorschläge für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa unterbreiten, die beim Gipfel Ende Januar diskutiert werden sollen.
0 Kommentare.