Zu Weihnachten: Geschenke sorgen für Wohlfahrtsverlust

Weihnachtszeit, Geschenkezeit, Umsatzzeit. Alle freuen sich: Unternehmen, die Produkte herstellen und verkaufen, Schenkende, die für Freude sorgen und die Beschenkten, die sich glücklich schätzen dürfen. Doch Schenken will gekonnt sein. Das gilt nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive. Denn wer falsch schenkt, der riskiert – neben langen Gesichtern – auch einen Werteverlust und gefährdet die Wohlfahrt des Landes. Über diesen “deadweigh loss” berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Diese These beruht auf einen Publikation des Ökonomen Joel Waldfolgel: “Warum Sie dieses Mal wirklich keine Weihnachtsgeschenke kaufen sollten”. Darin konstatiert Waldfogel, dass durch Weihnachtsgeschenke jährlich ein Werteverlust von 25 Milliarden entsteht, da rund zehn bis 30 Prozent des Geschenkewerts zerstört werden. Warum? Das hängt mit der Wertediskrepanz zwischen Schenkendem und Beschenkten zusammen. Ein Beispiel: Es kauft jemand ein Geschenk im Wert von 100 Euro, doch für den Beschenkten ist dieses Geschenk nur 80 Euro wert. Folglich entsteht laut Waldfogel ein Werteverlust von 20 Prozent.

Doch natürlich ist dies nur eine These zu dem ökonomischen Wert von Geschenken. Eine andere Studie hätte herausgestellt, dass der Ertrag von Geschenken bei mehr als 200 Prozent liege. Demnach würde das Weihnachtsfest sogar die Wohlfahrt des Landes erhöhen.

Unabhängig von der ökonomischen Einschätzung ist das gegenseitige Beschenken bereits auf persönlicher Ebene oft ein Dilemma, das spätestens bei den ersten Umtauschaktionen im Januar veräußert wird. Der Ausweg aus dieser emotionalen und ökonomischen Notlage ist jedoch verhältnismäßig einfach und nachvollziehbar.

Wer Geld verschenkt, entgeht dem Werteverlust, denn der Empfänger kann sich all das kaufen, was er will. Der Werteverlust von Geschenken wird ebenfalls auf ein Minimum reduziert, wenn sich die Schenkenden sehr gut kennen.

Also, wer den Wohlfahrtsverlust vermeiden will, muss Geld verschenken. Ein Problem gibt es dann aber doch noch: viele Menschen lehnen das Geldgeschenk ab. Wenn die wüssten…

Neben dieser Problematik des Werte- und Wohlfahrtverlustes sei noch erwähnt, dass die Adventszeit einen durchaus positiven Einfluss auf die Börse hat. Denn die Deutschen verzichten trotz der Eurokrise oder gerade deshalb nicht auf das Weihnachtsgeschäft.

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