Keine Megafusion zwischen Deutscher Börse und New York Stock Exchange?

“Lebbe geht wieder”. So kommentiert Analyst Christian Muschick von Silvia-Quandt-Rearch laut NZZ die gescheiterte Fusion zwischen Deutscher Börse und dem New York Stock Exchange. Diese Gelassenheit hat Gründe.

Durch den Zusammenschluss von Deutscher Börse und New York Stock Exchange wäre die größte Börse der Welt entstanden, die einen Kapitalwert von 26 Milliarden Dollar gehabt hätte, mit 6400 Angestellten und Handelsplätzen in 16 Ländern. Doch aus dieser neun Milliarden schweren Megafusion wird wohl nichts, da 25 von 27 EU-Kommissaren den Zusammenschluss abschmettern wollen. Zwar steht die Abstimmung am 1. Februar 2012 noch aus, doch bei einem Vortreffen wurde diese Entscheidung bereits getroffen. Ein Umdenken erscheint unwahrscheinlich. Der größte Kritikpunkt seitens der EU-Kommission ist, dass die Megabörse 90 Prozent der börslich gehandelten Derivate in Europa auf sich verteilen würde und somit ein Monopol hätte.

Trotz dieser gescheiterten Fusion besteht kein Grund für Trübsal, denn es wird davon ausgegangen, dass die Deutsche Börse auch eigenständig weiterhin gut da steht, und noch keine Gefahr einer Übernahme drohe. Darüber hinaus könnten Partnerschaften wie mit der koreanischen Börse vertieft werden. Dieser Optimismus zeigt sich bereits daran, dass die Aktien der Deutschen Börse trotz der Negativnachrichten an Wert gewinnen.

Von anderer Seite wird aber darauf hingewiesen, dass eine Konsolidierung der Branche unumgänglich sei. Das gilt besonders im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz aus den Schwellenländern Asiens und Südamerikas.

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