Schockwirkung mit Tradition: Die Saxo Bank zeichnet ein düsteres 2012

Eine Prognose für 2012 gab es bereits Ende 2009: den Weltuntergang. Das beruhigende daran war, dass es sich um eine Roland-Emmerich-Fiktion gehandelt hat, die in dem Film “2012″ dargestellt wurde. Doch eine kleine Wahrheit steckte in diesem Hollywood-Getöse: Das Szenarium baut auf der Tatsache auf, dass der Maya-Kalender im Jahr 2012 endet. In esoterischen Kreisen will man hier einen angeblichen “Weltuntergangstag” der Maya-Schöpfung erkennen, obwohl dies nach Ansicht von Mayaforschern inhaltlich völlig unzutreffend ist. Neben diesem Umstand gab es im Film letztendlich Hoffnung – die Menschheit war nicht zum Aussterben verbannt. Den Markt juckt so viel Esoterik oder Hollywood nicht. Denn Anleger blicken nicht auf den 21. bzw. den 23. Dezember 2012, sondern auf ganz sachliche, oder sehr drastische, Prognosen für das Jahr 2012.

Die spannendsten, interessantesten oder besser provokantesten Vorhersagen für das Jahr 2012 liefert auch dieses Mal die Saxo Bank. Die so genannten “outrageous predictions” der dänischen Bank haben Tradition. Das Handelsblatt und die Schweizer Handelszeitung haben die zehn Vorhersagen unter die Lupe genommen. Doch bevor die interessantesten Aspekte vorgestellt werden, stellt sich die Frage, was aus den Prognosen für 2011 geworden ist.

Das Handelsblatt hebt hervor, dass die Saxo Bank mit der Vorhersage, dass die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen unter drei Prozent fallen werde, einen vollen Treffer gelandet hat. Mit der Prognose, dass der Goldpreis auf 1.800 Dollar steigen würde, hatte die Saxo Bank aber noch tief gestapelt. Als völlig verfehlt, erwies sich zum Beispiel die These, dass Facebook durch Apple übernommen wird.

Die spannesten Hypothesen für 2012 sind:

  • Die Apple-Aktie fällt. Als Grund wird genannt, dass der Wettbewerb mit anderen Unternehmen wie Amazon oder Samsung anzieht.
  • Die europäischen Banken erleben eine “Finanzmarkt-Urlaubswoche”. Ursache hierfür seien die beschlossenen Änderungen am EU-Vertrag, die sich als unzureichend herausgestellt haben. Letzte Folge: Die EU-Schuldenkrise eskaliert in der Mitte des Jahres.
  • Barack Obama verliert die US-Präsidentschaftswahl. US-Präsident wird ein noch unbekannter Kandidat der Republikaner.
  • “Down Under” erlebt eine Rezession, weil China als Wirtschaftsmacht schwächelt, auf deren Nachfrage Australien angewiesen ist.
  • Auch China gerät an den Rand einer Rezession, da “die Renditen aus dem Bau von Geistermillionenstädten schwinden und der steigende Renminbi setzt die Exportwirtschaft unter Druck”.
  • Es kommt zum Ausverkauf im Bankensektor, doch es gibt kaum Interessenten.
  • Der Weizenpreis wird sich verdoppeln, da schlechtere Wetterbedingungen den Getreideanbau belasten.

Und was will die Saxo Bank um Steen Jakobsen mit diesen und weiteren Aussagen? Laut der Handelszeitung sollen Anleger dazu gebracht werden, über den Tellerrand zu blicken, um sich auf unerwartete Ereignisse vorzubereiten. Aber ob dazu immer nur Negativ-Szenarien nötig sind? In einem Jahr wissen alle mehr.

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