Bionade: Ein Unternehmen bereitet den Weg für die Konkurrenz

Brause kann die Welt die bedeuten, auch wirtschaftlich, wenn alles gut geht. Im Fall Bionade wird dieser immer kleiner. Bionade, das war vor nicht allzu langer Zeit der Inbegriff für Limonade mal anders. Endlich war es möglich, ein alkoholfreies Getränk zu genießen, das weder Wasser war, zum Coca Cola-Konzern gehört hat noch eine gewöhnliche, mit Zucker durchdrängte Brause dargestellt hat. Denn Bionade war anders. Sie wird durch Fermentation (Vergärung) von Malz hergestellt, und besteht aus überwiegend kontrolliert-biologisch gewonnenen Rohstoffen. Zu dem vielen Guten kam eine gewohnt griffige Glasflasche. Nachdem Bionade sich zunächst zu einem Hamburger Szenegetränk gemausert hat, hielt es ab 2003 in überregionale Restaurant- und Supermarktregale Einzug. Denn in der Zwischenzeit ist Bio zum Trend geworden – nicht nur in Sachen Limonade. Doch jetzt besetzen andere diese Nische und profitieren wirtschaftlich.

Bionade ist nicht mehr die Koryphäe unter den Bio-Erfrischungsgetränken. Das liegt zum einen daran, dass das Unternehmen die Verluste durch eine Preiserhöhung im Jahr 2009 nicht verkraften konnte. Hinzu kommt, dass die Zielgruppe nicht nur durch den Preis abgeschreckt wurde, sondern auch weil das Image nicht mehr für das steht, was Bionade groß gemacht hat. Die Gründe hierfür sind, dass das Getränk jetzt überall erhältlich ist und seit 2009 teilweise und mittlerweile ganz zum Oetker-Konzern gehört. Was zunächst gut erscheinen mag, ist für viele wohl zu inflationär. Menschen, die sich durch den Konsum von Bio-Produkten vom Mainstream absetzen wollen, identifizieren sich nicht mehr mit dem Produkt, das seit geraumer Zeit zudem in umweltschädlicheren Plastikflaschen angeboten wird. Die – wenn man so will – Credibility war verspielt.

Mit dem Fall der Bionade haben sich gleichzeitig andere Marken etabliert, die von Krise bei Bionade profitieren. Zwar sind Carlsberg und Warsteiner mit ihrem Bio-Limonaden gescheitert, doch ernsthafte Konkurrenz und ein glaubhaftes Bio-Image kommt beispielsweise von “Lemonaid”. Die Limo zweier Jungunternehmer aus Hamburg sei nicht nur biologisch, sondern bestehe auch aus fair gehandelten Rohstoffen. Mit dem Bio-Siegel ausgestattet ist auch das Produkt “now”, das für “new organic world” steht. Weiterer Profiteur ist die deutsche Biobrauerei Lammsbräu, die bisher für ihr Bier bekannt ist. Die Marke meidet Super- oder Getränkemärkte, und ist nur in Bio-Häusern erhältlich. Und an diesem Ort hat Lammsbräu mit seinen Fruchtlimonaden den Konkurrenten Bionade überholt und liegt laut Handelsblatt auf Platz zwei hinter Voelkl mit dem Produkt BioZisch. Nach eigener Aussage will Lammsbräu dieses Segment weiter ausbauen. Raum dafür, scheint es zu geben.

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